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Am 1. Juli 2017 soll sie nun in Indien eingeführt werden: die Goods and Services Tax (GST). Auch wenn es nur noch wenige Tage bis dorthin sind, bleiben viele Fragen von Politik und Verwaltung zum neuen Mehrwertsteuersystem unbeantwortet. An diesem Umstand wird sich in den kommenden zwei Wochen wohl nicht mehr viel ändern, und viele Fragen dürften wohl erst Monate oder Jahre später von den Gerichten final geklärt werden.

Unabhängig von den technischen Details der künftigen indischen GST Steuer möchten wir auf einen aus unserer Sicht sehr wichtigen Nebeneffekt dieser Neuerung hinweisen: Die Einführung der GST bietet uns europäischen Unternehmern die einmalige Chance

  • … genauso „klug“ zu sein, wie unsere indischen Kollegen / Berater / Partner / Mitarbeiter.
  • … den Zeitpunkt zu nutzen, um sich noch einmal das gesamte Zahlenwerk des Unternehmens im Detail anzuschauen.

Bisher: Wissensvorsprung und eine „gewünschte Intransparenz“ zu indischen Gunsten

Eine der großen Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen deutschen und österreichischen Stammhäusern und ihren indischen Tochtergesellschaften bzw. europäischen und indischen Partnern resultierte stets aus dem sehr unterschiedlichen Wissensstand über die indische Steuergesetzgebung.

Die indischen Kollegen waren uns (zumindest mit ihren Argumenten) um Lichtjahre voraus. Damit konnten sie uns – ob nachvollziehbar oder nicht – ob richtig oder falsch – mit Aussagen zur Besteuerung konfrontieren, die wir eigentlich nur hinnehmen konnten, ohne sie weiter zu kommentieren. Zu komplex waren die unterschiedlichen Acts, Rules, Guidelines, Standards und Kommentare der Indian Institutes of Chartered Accountants und der Institutes of Company Secretaries of India, um sich in diesem ganzen Wirrwarr noch zurechtzufinden. Leider war es deshalb auch kaum möglich, die Glaubwürdigkeit vieler Aussagen nachzuprüfen.

Nur ein kleines Beispiel: Wie häufig wurde von Ihren Händlern oder sogar Ihrer Tochtergesellschaft glaubhaft behauptet, dass beim Import Ihrer Produkte eine Steuer- und Zoll-Last von fast 30% zu tragen wäre. Natürlich konnten entsprechende Kalkulationen vorgelegt werden, in denen von Basic Customs Duty, Special Additional Duty, Education Cess, Additional Duty, VAT, CST, Service Tax, Entry Tax, LBT, Excise Duty usw. die Rede war. Und genauso natürlich wurde Ihnen verschwiegen, welche dieser Belastungen denn nun tatsächlich als Kosten beim Händler / der Tochtergesellschaft absorbiert werden müssen. Vielleicht hätte man diese ja auch an den Kunden weitergeben können oder sie hätten sogar vom Finanzamt zurückerstattet / angerechnet werden können. Sie haben es nie erfahren.

Wir kennen Mehrwertsteuersysteme und halten uns an die Regeln

Nun, mit der Einführung der GST, ändert sich diese Wissensdiskrepanz: Denn Ihre indischen Kollegen sind zurzeit genauso klug bzw. genauso so unwissend wie Sie, was nun mit der GST auf uns zukommt.

Diesen Wissensgleichstand haben wir nur heute, aber in einem Jahr sicher nicht mehr. Wir behaupten, dass wir Europäer zurzeit sogar ein wenig klüger sind als viele indischen „Experten“, da wir die Logik eines Mehrwertsteuersystems bereits seit Jahrzehnten kennen. Entsprechend können wir die Sinnhaftigkeit dessen, was uns erzählt wird, aus dieser Perspektive mit gesundem Menschenverstand durchaus besser beurteilen, als jemand, für den das alles völlig neu ist.

Last but not least wird unsere Herangehensweise tendenziell Steuer-ehrlicher und „konservativer“ sein, als die von vielen indischen Unternehmern, welche jetzt die Chance zu ergreifen suchen, die „unklare Übergangsphase“ zur Steuervermeidung zu missbrauchen.

Bringen SIE Licht ins Dunkel und die Zahlen auf den Tisch!

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt – vor der Einführung der GST Steuer – das gesamte Zahlenwerk Ihres indischen Unternehmens im Detail zu prüfen und auch all die „unangenehmen“ Fragen zu stellen, die vorher nicht gestellt wurden. Denn Sie wollen ja auf die GST vorbereitet sein und müssen sich ein Bild machen, welche Auswirkungen GST auf Ihr Geschäft haben wird.

Diese Chance steht Ihnen nur jetzt zur Verfügung! Bereits in einem Jahr, wenn alle Aspekte der GST klarer geworden sind, wird sich diese Klarheit höchstwahrscheinlich wieder in weniger Transparenz und weniger Auskunftsbereitschaft Ihrer indischen Partner / Kollegen / Mitarbeiter / Händler verwandeln.

Lassen Sie diese einmalige Chance nicht verstreichen!

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