Covid-19 ist nach wie vor das dominierende Thema in Indien. Aber trotz der mittlerweile 4,2 Millionen registrierten Fälle und rund 90.000 Neuinfektionen pro Tag, verschiebt sich der Fokus sukzessive von den gesundheitlichen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen. Denn wie Mathias Peer, Auslandskorrespondent des Handelsblatts, in seiner jüngsten Analyse schrieb, sterben in Indien mittlerweile mehr Menschen an den Folgen des Wirtschaftseinbruchs als an einer Covid-19-Infektion.

Durch den Corona-Lockdown erleidet Indiens Wirtschaft einen historischen Konjunktureinbruch. Regierungschef Modi lockert nun die Beschränkungen – trotz der grassierenden Pandemie. Oder er ist dazu gezwungen. Denn im zweiten Quartal brach das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent ein — das ist mehr als in allen anderen G-20-Staaten. Für das indische Finanzjahr (1.4.2020 bis 31.3.2021) rechnet man mit einem BIP-Rückgang von knapp sieben Prozent. Millionen Menschen verloren bereits ihre Arbeit und werden jetzt wieder in die Armut zurückgeworfen. Das Verbrauchervertrauen ist auf einem absoluten Tiefpunkt. Geld und Privatvermögen wird mangels staatlicher Sozialsysteme gehortet, nicht ausgegeben. Aber auch viele, kleinere Unternehmen stehen vor dem wirtschaftlichen Ruin.

Status Quo – Regulationen – Auswirkungen auf Gesellschaft und Unternehmen

Am WB India Summit diskutieren wir mit echten Fachexperten und indischen Repräsentanten deutscher Niederlassungen, wie sie auf die aktuellen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen reagieren und wo jetzt die Prioritäten liegen. Als vor wenigen Wochen noch die Furcht vor Schließung der eigenen Betriebsstätte (bei Ausbruch eines Covid-19 Falles) regierte, so sehen sich heute bereits zahlreiche indische Nierlassungen mit Todesfällen in der eigenen Belegschaft konfrontiert. In Anbetracht des aktuellen Infektionsgeschehens in Indien erleben sich die meisten Manager zusehends ohnmächtig was die gesundheitlichen Aspekte betrifft und konzentrieren sich daher wieder auf ihre wirtschaftlichen Aufgaben.

Die Panelisten

  • Dr. Shubnum Singh, Advisor CII National Healthcare Council, berichtet aus Delhi über die aktuelle medizinische Situation in Indien.
  • Prasad Chandran, der ehemalige Vorsitzende und Geschäftsführer von BASF(I) Ltd. und Vorsitzender von SEEGOS, wird über den gesamtwirtschaftlichen Zustand und Ausblick für die Wirtschaft sprechen.
  • Volker Klosowski, Experte für Zertifizierung sowie Pandemie- und Hygienekonzepte der Dr. Wamser + Batra GmbH teilt seine Erfahrungen, wie Unternehmen bzw. deren indische Tochtergesellschaften auf die aktuelle Situation reagieren, und wie sich die Prioritäten in den letzten Wochen vom systematischen Hochfahren der Industriebetriebe unter stringenter Einhaltung aller Hygienevorschriften wieder hin zu „indischem“ Aktionismus verschoben haben.
  • Als Praktiker vor Ort in Pune, wird der Managing Director bei Schmersal India Pvt. Ltd, Sagar Bhosale, berichten, wie er mit der aktuellen Situation in seinem Unternehmen umgeht und wie er die Gesundheit seiner Mitarbeiter, aber auch das wirtschaftliche Geschehen gleichermaßen im Auge behält.

In der interaktiven Podiumsdiskussion wollen wir erfahren, wie Manager — auch aus der Distanz — den Überblick bewahren und richtige Entscheidungen für ihre Niederlassungen treffen. Die Session startet um 10:45 und dauert etwa 60 Minuten. Moderiert wird das Panel „Status Quo – Regulationen – Auswirkungen auf Gesellschaft und Unternehmen“ von Peter Gerhardt, Südasien-Korrespondent der ARD in Delhi.

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